Fuck you, Dan Brown! Ich hab ja schon oft Bücher gelesen, wo ich mir so etwa zur Hälfte des Buches dachte „Das wird nix dolles, aber ich les es jetzt trotzdem zuende!“. Während ich in Indien unterwegs war, habe ich mir „Digital Fortress“ (deutscher Titel: „Diabolus“) für ein paar Euro in einem Gebrauchtbuchhandel gekauft. Da ich Meteor, Illuminati und Sakrileg schon gelesen hatte, war dies das letzte noch fehlende.
Das Buch geht um im Großen und Ganzen um einen Computer-Code den Kryptografen der NSA innerhalb von 24 Stunden knacken müssen da sonst die Welt untergeht ganz viel schlimme Sachen passieren (ich will ja hier nichts verraten). Das Buch ist dermaßen voll von technischen Fehlern, dass man meint, Dan Brown hat sich sein Wissen über Kryptografie und Computersicherheit durch das Lesen der ComputerBild angeeignet. Jemandem, der Informatik studiert hat (und die KRYV-Vorlseung von Frau Laun besucht hat) stehen regelmäßig die Haare zu Berge. Einizig die Spannung, die Brown durch ein sehr hohes Erzähltempo aufrecht erhält, bringen einen dazu, das Buch bis zum Ende zu lesen, was innerhalb eines Tages gut möglich ist.
Nachdem ich nun alle Dan Brown Bücher gelesen habe fallen mir folgenden Muster auf:
- Der Plot nimmt nicht mehr als zwei Tage ein
- Kein Kapitel ist länger als zehn Seiten
- Personen, die zu Beginn als Arschloch dargestellt werden, sind nachher die Guten
- Die weibliche Hauptperson ist schlank, brünett, sportlich, hochgebildet; wird von ihren Kollegen als Sexobjekt gesehen, hatte eine schwere Kindheit und eine Schwäche für unscheinbare Akademiker
- Der Killer soll zwar eine absolute Tötungsmaschine sein, macht jedoch zu Beginn des letzten Viertels einen kleinen Fehler und wird von der harmlosen, männlichen Hauptperson getötet
- Männliche und weibliche Hauptperson landen im letzten Kapitel zusammen im Bett
- Rätsel werden im Schnitt 2,6 Sekunden vor Ablauf einer Frist gelöst
- Das US-Militär/Regierung/CERN hat total krasse Waffen/Computer/Flugzeuge von denen niemand was wissen darf und deren Existenz geleugnet wird
Fazit: Digital Fortress hätte ich mir echt sparen und stattdessen „Aus dem Leben eines Taugenichts“ zum fünften Mal lesen können.